Drei im Womo
Sonntag, 14. Juni 2015
Preisfrage!
Sonntag, 14. Juni 2015, 22:17
Keine Angst liebe Kultusgemeinde: Heute werde ich euch (leider?) nicht mit einer meiner längeren Blogg-Ausführungen quälen. Im Gegenteil! Ich habe nämlich, in Anlehnung an meinen gestrigen Exkurs zum Thema Alkohol, Norwegen und Zoll-Limits, ein kleines Preisrätsel für euch. Das lautet: Was meint Ihr, was sich jeweils in beiden unten zu sehenden Flaschen befindet?

So viel sei verraten: Es ist keine Coca Cola und keine Bad Brückenauer Mineralwasser! Also ratet mal!

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Exkurs
Sonntag, 14. Juni 2015, 11:42
Wie Ihr sicher bereits bemerkt habt, komme ich (Ute) hier kaum zu Wort ;-) Der Redakteur braucht das exzessive Schreiben scheinbar auch während seiner Auszeit. Zu Schweden wollte ich noch einen kurzen Exkurs zur Beschallung auf Campingplatz-Toiletten einfügen. Es handelt sich dabei anscheinend um ein rein schwedisches Phänomen, denn hier in Lillehammer herrscht Ruhe auf dem tatsächlich stillen Örtchen. In Schweden dagegen wird man beim Betreten desselben lauthals beschallt. Offensichtlich reagiert der Schwede etwas schamhaft auf Toilettengeräusche. In Marstrand war es ja ganz angenehm von lauter Popmusik bei diversen Geschäften begleitet zu werden. Aber in Bastad war ich immer etwas irritiert, da dort offensichtlich politische diskussionen übertragen wurden. Ist schon etwas befremdlich, wenn man auf der Damentoilette wild diskutierende Männerstimmen vernimmt. Zudem gibt es personalisierte Klobürsten, namens T. Borste, die zu einem sprechen ;-) Doch dies nur am Rande...

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Samstag, 13. Juni 2015
Norway is calling!
Samstag, 13. Juni 2015, 22:40
So: Heute ging's endlich mal richtig zur Sache - also so strecken- bzw. Kilometermäßig. Von unserer Anreise nach Fehrmarn einmal abgesehen war das heute unsere vermutlich längste Tagesetappe für die kommenden Wochen. Von Marstrand ging es über die E6 480 Kilometer lang nach Norwegen, genauer gesagt in die Winterolympiadenstadt von 1994, nach Lillehammer. Der Grenzübertritt gestaltete sich ziemlich unspektakulär.


Alle Fahrzeuge mussten an einer streng drein blickenden, aber nicht unhübschen blonden norwegischen Grenzbeamtin vorbei. Wir wurden nicht herausgewunken, was ansich kein Problem gewesen wäre. Denn erstens hatten wir Sancho noch in Schweden beim Tierarzt amtlich bestätigt entwurmen lassen und zweitens lagen unsere Alkoholvorräte alle unter dem Limit (5 Flaschen Wein, 13 Dosen Bier und 18 Flaschen Radler, aber die zählen mit ihren 2,5% Alkoholgehalt noch nicht als solcher). Wobei sich mir diesbezüglich die Frage stellt, ob die Norweger versoffen sind, weil sie kaum/nur teueren Zugang zu "brennbarem" haben (Entzugstheorie) oder ob der der Staat sein Landsleute generell schützen muss, da der Norweger immer säuft (Abhängigkeitstheorie). Auf jeden Fall ist das Zeug hier schweine teuer!!!

Leider hat/wird wetter.com mit seiner Vorhersage wohl Recht haben bzw. hat es schon. Immerhin ist hier kein Wind wie an der schwedischen Riviera. Aber viele Wolken und 17° lassen nur mäßig Sommerstimmung aufkommen. Zumal die Vorhersage etwas von Schauern oder so munkelt. Na mal abwarten. Wie sagt der Schotte doch immer "at least dry" - so sehen wir das auch.


Landestypisch - ich sprach ja gestern schon von gewissen nationalen Eigenheiten - war auch der Verkehr heute. Während die Schweden echt zivilisierte Fahrer sind (kaum einer fährt schneller als das Tempolimit erlaubt), brettern die Norweger deutlich enthemmter - man könnte auch sagen "deutscher". Obwohl Temposünder angeblich hart bestraft werden, kümmert sich kaum jemand um die rot umrandeten Schilder mit den Ziffern in der Mitte. Vielleicht auch das führte - obwohl viel geringere Verkehrsdichte als bei uns - zu zwei satten Unfällen, an denen wir vorbei kamen. Ein Bootsgespann, dass wir vor unserer Rast noch überholt hatten war wenig später in einen A4 gekracht. Und als die anderen Autobahnseite längere Zeit "leer" blieb, kam die Erklärung in Form eines Lkw ebenso kurze Zeit später. Dessen Fahrer dürfte bei seinem Chef am Telefon den Klassiker "Der Außenpsiegel ist kaputt: Der 38-Tonner-Zug liegt drauf!" abgelassen haben.

Kurz nach diesem Ereigenis wurde aus der gut ausgebauten Autobahn plötzlich eine Landstraße - so ungefähr von Bundesstraßenformat. Aus der wurde dann irgendwann eine Landstraße vom Format "bessere Kreisstraße". Und so etwas schimpft sich "Europastraße"?! Mal gespannt was uns weiter nordwärts noch alles erwartet...

Erwartet hätte man als Deutscher auch nicht die verhältnismäßig hohe Dichte an Elektrofahrzeugen. In Norwegen gurken bereits jede Menge Nissan Leafs und Teslas durch die Gegend. Da klingt das bundesdeutsche Ziel von 1 Millionen Elektrofahrzeuge bis 2020 wie eine Durchhalteparole Modell "Endsieg". Die Norweger sind da schon viel weiter, auch was die Infrastruktur angeht. So fand sich neben einer "normalen" Autobahntankstelle wie selbstvertändlich auch gleich zwei Schnellladesäulen in umittelbarer Nähe. Noch bemerkensweter: Während die Deutschen solche nur mit europäischer Steckernorm einrichten (wollen) und damit us- und japanische Fahrzeuge mit solchen Ladesteckern ausschließen, gibt's in Norwegen einfach alle drei vorkommenden Steckervarianten an nur einer Säule. Damit haben die Nordlichter auch für Außenstehende sichtbar ein Zeichen gesetzt. Denn an den klassischen Kraftstoff-Tankstellen gibt's hier gerade einmal zwei Zapfpistolen: Diesel oder Benzin (95 Oktan). Kein "Ulitmate-" und Excellium-"-Schnickschnack, das kein Mensch braucht. Und das in einem Land, dass das Ölland in Europa ist (was da wohl Porsche- und andere Sportmotorenwagenbesitzer machen, deren Aggregate nach 98 Oktan verlangen???).


Ach so: Fast hätte ich es vergessen. Doch beim Stichwort "machen" viel es mir wieder ein. Was norwegische Autofahrer im Fall eines Unfalls auf der Autobahn machen (siehe Stau weiter oben)? Genau das, wovon man bei uns regelmäßig in der Verkehrsnachrichten hört: Sie werden zu Geisterfahrern! Kaum waren wir auf besagtes Stauende aufgefahren und eine Aus-/Einfahrt kam in Reichweite, drehten gute zwei Dutzend der Carlsons vom Fach kurzerhand um und fuhren über die Einfahrtsspur entgegengesetzt von der Autobahn ab. So viel zum Thema nur Süd(ost)-Europäer gestalten Verkehrsregeln gerne individuell.

Außerdem nicht unterschlagen wollen wir unseren treuen Lesern den neuen Sitz-/Liegeplatz von Sancho. Dem hatte der Logenplatz auf der Sitzbank irgendwie nicht behagt. Immer wenn wir langsamer al 80 fuhren, jammerte er wie blöd. Nun liegt er während der Fahrt hier:

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Freitag, 12. Juni 2015
Merkwürdigkeiten...
Freitag, 12. Juni 2015, 16:00
Seltsame Dinge, Anomalien: Man stolpert immer wieder über Dinge im Leben, die einem ein Kopfschütteln abringen - vor allem im Ausland. Beispielsweise der Kiosk an unserem aktuellen Tag-/Nachtlager, dem Campingplatz "Marststrand" auf der gleichnamigen Schäreninselgruppe oberhalb von Göteborg. Ein schönes Eiland bestehend aus mehreren kleineren Inseln die, man über Brücken erreicht - Inselhopping für Änfänger sozusagen.



Also besagter Kiosk hat die "angenehme" Eigenschaft morgens nur von Montag bis Donnerstag geöffnet zu haben - scheinbar sind im Norden Wochenendgäste keine Semmel-Esser?! Ergo gab's heute keine frischen Brötchen von dort. Aber: solche aus dem Campingofen "Omnia"!!! Erst hatte mich Ute geschimpft "wieder mal sinnloses Geld für irgendwelchen Krimskrams" ausgegeben zu haben. Aber der schlaue Techniker baut eben vor und bestellt einen kleinen Blechhtopf, den man auf den Gasherd stellt, und der als Backofenersatz dient. Folglich hatten wir ruckzuck leckerste deutsche Discounter-Aufbackbrötchen zum Frühstück (meine waren dann zwar wieder kalt, aber das lag daran, dass unser Nachbar aus Heilbronn fast das gleiche Womo wie wir hatte und die Gelegenheit zum Austausch wichtiger war als warme Brötchen und ebensolcher Tee).

Merkwürdig war eben auch, dass unsere Anmeldung bei "Autopass Norwegen" erst beim dritten Mal klappte. Die Vorabregistrierung bei Norwegens Mautsystem für Straßen und Fähren macht Sinn, meint mein Reisebericht "Norwegen 2011 - Mit dem Wohnmobil einmal Nordkapp und zurück", den mir Manfred Rudhardt von Maha empfohlen hatte (Tolles Teil Manfred, Danke nochmals an dieser Stelle!). Jedes Mal wenn meine zahlpflichtige Strecke passiert, fotografiert die NSA das Kennzeichen, leitet die Daten an Autopass weiter und eine Inkassogesellschaft aus England (!) treibt dann die Kohle ein, wenn man nicht vorab seine Kreditkarte "verkauft" hat.

Seltsam kam uns vorhin bei aller Sabbaticalidylle auch der eine Minute lange Signalton vor, der die Ruhe durchtrennte - Klang irgendwie nach anno '45. Und genau das passierte dann auch: Ein lauter Knall und die Erde bebte! Tja: Schwedische Straßenbauer gehen bei der Bewältigung steinerner Hindernisse eben noch altmodisch vor. Das ganze wiederholte sich noch einmal.

Nicht seltsam ist, dass wieder heute einmal nicht fahren. Auch wenn unser aktueller Campingplatz bestenfalls nur eine "2" bis "3" verdient hat. Aber man muss sich schließlich auch mal eine Auszeit vom "Fahrstress" gönnen. Den hatten wir gestern um Göteborg herum. Volle Rushour, Baustelle on top. Alles was das Reiseherz nicht gerade braucht.



Als "Gegenleistung" hatten wir gestern allerdings noch einen schönen Eindruck von dem Städtchen Varberg erhalten. Dorthin hatten wir auf unserer Route einen kleinen Abstecher gemacht. Im Hafen schmückt ein klassisches Badehaus den Strand und eine "ganz nette" Burg gab es zu bestaunen (die war aber natürlich keine Vergleich zu Nürnberger-Burg! :-)). Dass Schweden ein lustiges wie "buntes" Völkchen sind, zeigte sich auch hier an mancher Ecke - oder wann habt Ihr das letzte Mal einen Baum mit Strickpullover gesehen??





Vorwärtsblende: Eigentlich wollten wir heute ja faulenzen. Aber der schwäbische Womo-Genosse hatte mir von der Nachbarinsel erzählt, auf der sich die "Hauptstadt" von Marstrand namens Marstrand befindet und die definitiv einen Besuch wert sei - vorallem wenn man Fahrräder hätte. Das klang für mich natürlich wie ein Befehl, den Ute und Sancho (letzerer etwas williger) am Nachmittag folgten. Marstrand erreicht man allerdings nur mittels Fähre. Gesagt, getan! Dank der kürzersten Fährfahrt meines Lebens ereichten wir nach ganzen zwei Minuten Fahrzeit das verheisungsvolle andere Ufer.


Uns erwartete dort ein schuckliges und vielfach historisches kleines Örtchen, das - an höre und staune - fast völlig ohne geliebte Automobile auskommen muss. Alles was den armen Schweinen, pardon beneidenswerten Inselbewohnern gestattet ist, sind Lastendreiräder.












Dem "Fahr(rad)befehl" im Hinterkopf machten wir uns sogleich an die Umrundung der über überschaubaren Erderhebung einer Gegend, die als Seegebiet des sogenannten "Skagerrak" bekannt ist. Ein (ohne dieses Wort zu oft strapazieren zu wollen!) echt idyllischer kleiner asphaltierter Weg mäanderte sich zwischen kleinen Wäldchen und Wiesen vorbei an winzigen Sümpfen/Mooren.





Dann lockerte die Vergitation immer mehr auf und von den (Ge)-Zeiten geformte Felsen lösten die anfänglichen Eyecatcher ab. Auch das alles wunderschön. Allerdings nur so lange, wie sich der vermeindliche Rad- in einen nicht unanspruchsvollen Wanderweg wandelte. Der forderte Mensch, Tier und Material.





An dieser Stelle noch mal ein Lob an die Gebrüder Albrecht: Die gerade mal 190 Euronen, die sie für das Klapprad Marke "Cyco" aufgrufen haben, sind jeden Cent wert! Die Dinger sind robust und wenn es mal nicht weiter geht, macht sich das geringe Gewicht der Aluteile echt positiv bemerkbar. Ein Hoch auf das Werk made in Saxonia(Sachsen)/Germany! Zugegeben leicht geschafft aber sehr zufrieden mit uns selbst erreichten wir den "rettenden" Hafen gut zwei Stunden später.

Dort tüteten wir im wahrsten Sinne des Wortes gleich unser heutiges Abendessen ein, denn merke: Wohnmobilisten gehen nicht jeden Tag Essen! Sie brutzeln auf gefühlten 20 Quadradzentimetern mittels zweier Gaskochstellen nicht nur leckeres Backwerk sondern auch alles andere - z. B. frischen Fisch! Den (Barsch) gab's heuten zusammen mit interessantem "Qinoa", einer Hirseart, (Danke nochmals Jan und Isa für diesen einfallsreichen Reiseproviant!) und frischen Tomaten als Abendmahl. Hierzu ein kleines Bilderrätsel: Was an den folgenden beiden Motiven stimmt nicht, bzw. worin unterscheiden sie sich? Genau, erraten! Mal abgesehen davon, dass die Speisen bei Aufnahme von Bild 2 bereits vertilgt waren, sieht es bei dieser aus, als hätte ein Erdbeben stattgefunden. Das war allerdings nicht das Werk schwedischer Straßenbauer, sondern das unseren "lieben" kleinen Vierbeiners. Der hatte sich zuerst zig Mal mit seiner Schleppleine um den Tisch gewickelt und dann zu Angriff auf zwei Kapfhundeverschnitte gestartet, die an unserem Womo vorbeischritten. Klasse Leistung Sancho!

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